Apple Kult und Kommerz

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Ganze 666,66 Dollar kostete der erste Apple I, dessen Produktion nur mäßig in Gang kam. Erst mit dem Apple II, der 1977 auf den Markt kam, gelang dann der Durchbruch: Zuvor war Apple eine geschäftliche Verbindung mit Xerox eingegangen und fügte seinem Computer als entscheidende neue Komponente nun eine grafische Benutzeroberfläche zu. Es folgten der Apple Lisa und schließlich der Apple Macintosh (1984).

1976 von Steven Jobs, Steven Wozniak und Ron Wayne gegründet, gelang es der Firma Apple sich immer wieder gegen den stärksten Konkurrenten, Microsoft und Bill Gates, zubehaupten; mittlerweile sieht es so aus, als hätten beide Firmen einen Großteil der Marktsegmente durch klare Abgrenzung untereinander aufgeteilt.

Produkte
Als All-in-one-Computer wird der iMac bezeichnet, der wie alle Apple-Produkte durch seine Design-Elemente – hier zum Beispiel die rahmenlose Glasplatte – hervorsticht. Das flache Gehäuse birgt neben dem Display auch den Prozessor, die Grafikkarte, die Festplatte sowie Arbeitsspeicher und optisches Laufwerk. Die Displaygröße (bis 27“) lässt den iMac zu einem auffälligen Blickfang in jedem Büro werden. Und damit der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, gibt es eine magische Maus dazu, die mit einer berührungsempfindlichen Oberfläche versehen ist – wer mag, kann diese auch gegen einen magischen Trackpad austauschen. Als mobile Geräte werden das Macbook und der Macmini angeboten.

Während Apple-Computer eher in Chefetagen und in Büros von gut verdienenden Freiberuflern zu finden sind, hat der Hype um iPhone und iPod auch Geringverdiener ergriffen. Obwohl das iPhone in Deutschland zunächst an überteuerte Mobilfunkverträge gekoppelt war, wurde es bis 2009 rund eine Million mal verkauft; aufgrund seines hohen Preises und der Vertragsbindung ist neben dem offiziellen Markt rasch ein Handel mit importierten vertragsfreien iPhones entstanden, die durch Jailbreak- und Unlock-Verfahren voll funktionstüchtig gemacht werden.

Kult um Kommerz
Ein Mac gilt als der Mercedes unter den Computern, gleichgültig, ob er fahrtüchtiger ist als andere Produkte oder nicht. Wie dem Stern kommt dem Apple-Byte vor allem Status-Funktion zu: Er symbolisiert die Erfolgsstory seines Besitzers. Beim iPhone verhält es sich komplizierter: Hier ist quasi eine Parallelwelt derer entstanden, die auf die Luxuswelt ein wenig verächtlich herabsehen, und sich dennoch deren Instrumente bedienen. Denn während die einen das iPhone haben müssen, um ihren Erfolg zu demonstrieren, verlangen die anderen danach, um ihre technische Versiertheit zu demonstrieren; häufig scheint dies mit einem trotzigen Aufbegehren gegen Apples restriktive Firmenpolitik verbunden. Kult um Kommerz kann so vielfältig sein – notwendig ist er nicht.