Wie der Verdampferkopf bzw. Coil im Verdampfer einer E-Zigarette funktioniert

verdampferkopf
Ohne Verdampferkopf kein Dampf ;-). Übrigens wird das Teil auch als Coil bezeichnet.

Der Verdampferkopf respektive Coil ist das Bauteil, das den Dampf direkt erzeugt. Er ist hohl und besteht aus einer oder mehreren Heizspiralen und Watte. Er ist in der Regel fest mit dem unteren Teil des Verdampfers verschraubt und komplett von Liquid umgeben, da er sich in der Mitte des Vorratstanks befindet.

Das Innere des Verdampferkopfes, der im Fachjargon auch Coil genannt wird, ist dicht mit Watte ausgepolstert. Die Watte besteht aus reiner Baumwolle. Sie umgibt die Windungen der Heizspirale und verschließt die Öffnungen zum Tank hin. Durch den Kapillar- oder Dochteffekt wird beständig eine gewisse Menge Liquid zur Heizspirale geführt. Der gesamte Verdampferkopf ist so designt, dass nicht zu viel und nicht zu wenig Liquid die Windungen der Heizspirale umgibt. Das ist wichtig, denn käme zu wenig Liquid an, entstünde zu wenig Dampf und der Kopf könnte überhitzen. Käme zu viel Liquid an, würde es nach unten über die Luftregulierung ausfließen.

Der Dry Hit

Kommt kein Liquid mehr an der Heizspirale an, was meistens dann passiert, wenn der Tank leer ist, verbrennt die trockene Watte beim Versuch, an der E-Zigarette zu ziehen. Es wird keinen oder nicht viel Dampf geben, aber einen üblen Geschmack im Mund. Dieses Malheur nennt der Dampfer Dry Hit. Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Deswegen ist es wichtig, immer genügend Liquid im Tank zu behalten.

Es ist nicht ratsam, zu warten bis der gesamte Tank leer und die Watte komplett trocken ist. Passiert so etwas öfter, wird der Geschmack darunter leiden, da sich mehr und mehr verkohlte Wattereste im Verdampferkopf oder Coil ansammeln. Im schlimmsten Falle wird der Kopf unbrauchbar, was dann geschieht, wenn sich der Heizdraht frei gebrannt hat.

Ein wichtiger Tipp aus gleichem Grunde: Nach jedem Zug an der E-Zigarette benötigt das Liquid etwas Zeit um nachzufließen. Wird jetzt aber zu oft in zu kurzer Zeit an der E-Zigarette gezogen, läuft sie trocken und wird zu heiß. Die Watte verkohlt, der Heizdraht überhitzt sich. Das wirkt sich negativ auf den Geschmack aus und verkürzt die Lebensdauer der Heizspirale, die bei häufiger Überhitzung schneller durchbrennt.

Die Heizspirale im Verdampferkopf

Damit kommen wir zur Heizspirale. Dem Lieblingsthema aller eingefleischten Dampfer. Es ist einfach, aus diesem Thema eine Wissenschaft zu machen. Warum werden wir gleich sehen. Die Heizspirale ist ein gewundener Draht, der an den Enden mit dem Coil bzw. Verdampferkopf verbunden ist, damit Strom hindurchfließen kann. Der Draht besteht zumeist aus Edelstahl, Nickel, Titan oder eben Kanthal. Kanthal ist eine Sammelbezeichnung für verschiedenartige Legierungen, die sich durch hohe Hitzebeständigkeit und niedrigen Widerstand auszeichnen. Heizdraht eben.

Je nach Material, Stärke und Länge des Drahtes ergibt sich der Widerstand. Ein Blick ins Tafelwerk verrät nun, dass ein niedriger Widerstand einen hohen Stromfluss zur Folge hat. Viel Power, viel Dampf. Also gilt: je weniger Ohm (Ω), desto mehr Dampf. Drähte aus Kanthallegierungen werden für besonders niedere Widerstände verwendet. Hat ein Verdampferkopf weniger als 1 Ω Widerstand spricht man gerne von Subohm.

Es gibt Köpfe mit 0,1 oder gar 0,05 Ω. Damit lassen sich gewaltige Mengen Dampf erzeugen. Allerdings wird sich der Tank und auch der Akku im Akkuträger schneller entleeren. Weil bei derart niedrigen Widerständen hohe Ströme fließen, müssen die verwendeten Akkus eine hohe Leistung vertragen können, daher ist es wichtig, in den Herstellerangaben zu schauen, ob der verwendete Akku mit dem verwendeten Verdampferkopf, also dem Coil harmoniert.

Bei Subohmverdampfern kommt es, aufgrund der höheren Leistung, schneller zur Überhitzung, was sich negativ auf Geschmack und auf die Lebensdauer auswirken kann. Weshalb dieser Bereich eher für erfahrene Dampfer vorbehalten sein sollte.

Der Widerstand ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit, Einfluss auf die Dampfentwicklung zu nehmen. Neben einer zumeist regulierbaren Luftzufuhr, sind die Einstellungen am Akkuträger der E-Zigarette selbst der entscheidende Faktor. Es gibt ungeregelte Akkuträger für Puristen, ansonsten verfügen die Produkte über eine elektronische Steuerung nebst Anzeige. Einige Geräte lassen sich auch per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und per App einstellen.

Üblich sind zwei Verfahren zur Leistungsregulierung, die in der Regel beide verfügbar sind. Die einfachere Variante ist die Regulierung der Wattzahl. Mehr Watt, mehr Dampf – und umgekehrt. Das zweite Verfahren ist die Temperaturregulierung. Hier wird am Gerät eine Höchsttemperatur eingestellt. Sobald beim Dampfen diese Temperatur erreicht wird, reguliert der Akkuträger die Leistung automatisch nach unten. Diese Methode verhindert Überhitzungen der Heizspirale und ist deshalb besonders für Einsteiger zu empfehlen.

Es hilft alles nichts, bei aller Sorgfalt und Hingabe, irgendwann gibt der Verdampferkopf respektive Coil den Geist auf, weil die Heizspirale durchbrennt. Das Ende macht sich zumeist bereits vorab durch eine Verschlechterung des Geschmacks bemerkbar, weshalb nach einigen Wochen ein Austausch des Coils fällig wird. Der übliche Verschleiß. Die Verdampferköpfe können leicht gewechselt werden und es empfiehlt sich immer, mindestens einen als Reserve in der Schublade liegen zu haben.

Coils für Selbstwickler

Eine Besonderheit sind sogenannte Selbstwickler, was Verdampferköpfe für den Eigenbau meint. Im Normalfall bekommt man den Coil fertig im Laden und tauscht ihn komplett aus, nicht so bei den Selbstwicklern. Dort hat man ein Verdampferkopfgehäuse, eine Rolle Heizdraht und jede Menge Watte, woraus es einen Kopf zu basteln gilt.

Weil der Draht gewickelt werden muss und man es selbst tun muss, heißt es Selbstwickler. Der Vorteil ist, dass man den Widerstand variieren kann, indem man den Draht einfach etwas kürzer oder länger gestaltet. Auch muss nicht der gesamte Kopf ausgetauscht werden, wenn zum Beispiel nur die Watte etwas angeschmort ist. Das spart auf Dauer Material und Geld, ist aber etwas für Bastler.

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