Was ist ein Hedgefonds?

hedgefonds

Im Grunde ist ein Hedgefonds schlicht ein Investmentfonds, welcher allerdings im Unterschied zu letztgenannten einer geringen oder gar keiner Regulierung unterliegt und eine aktive bis aggressive Anlage- bzw. Investitionspolitik verfolgt. Die Finanzinstrumente, die dazu eingesetzt werden, können auch Derivate, Leerverkäufe oder Arbitrage-Geschäfte umfassen, denen sich herkömmliche Investmentfonds (wenn sie nicht speziell dazu angelegt wurden) kaum je zuwenden.

Ziel eines jeden Hedgefonds ist das Erzielen einer überdurchschnittlichen Rendite; ein Anspruch, dem die Branche, die nach Schätzungen ein Volumen von ca. 3,1 Billionen Dollar verwaltet, allerdings die letzten Jahre nicht gerecht werden konnte. Der Begriff „Hedgefonds“ ist dabei dem englischen Wort „to hedge“ abgeleitet, welches im Finanzbereich für Risikoabsicherungsstrategien steht (und insofern eigentlich unpassend ist, da gerade Hedgefonds üblicherweise risikoträchtige Anlagestrategien verfolgen, s. auch den erwähnten Einsatz von Derivaten etc.).

Die meisten Hedgefonds sind an Offshore-Finanzplätzen registriert (67 % der Fonds auf den Kaimaninseln, wie eine Untersuchung von 2014 festgestellt haben will) und sind im Regelfalle Anlagevehikel institutioneller Anleger wie zum Beispiel George Soros und nicht für Kleinanleger offen.

Das bunte Treiben der Hedgefonds

Oft versuchen Hedgefonds über Fremdfinanzierung und das aktive Nutzen von Optionsscheinen (d. h. indem bestimmte Werte Long oder Short gegangen werden), ihre angestrebten Renditen zu erreichen. Diese Strategie, gleichzeitig in manchen Aktien long und in anderen short zu gehen, wurde bereits in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts vom Gründer des ersten Hedgefonds in den USA angewendet.

Nach der Jahrtausendwende gehörten Hedgefonds teilweise zu den am schnellsten wachsenden Anlageprodukten. Vorgänge in Griechenland und Island, in denen Hedgefonds massiv in Anleihen respektive Banken besagter Länder investiert hatten und auf eine Insolvenz bzw. einen Bailout spekuliert hatten, ließen die Branche zwischenzeitig im Fokus der Öffentlichkeit in Verruf geraten.

Auch in den USA wurden angesichts der Marktbewegungen, welche auch durch Investments von Hedgefonds möglich zu sein schienen, Untersuchungen durchgeführt, inwieweit diese Art Fonds eine Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems darstellen. Eine stärkere Regulierung dieser Anlageprodukte war diesseits und jenseits des Atlantiks eines der Ergebnisse besagter Untersuchungen und Debatten.

Große und bekannte Fonds verwalten Gelder in Höhe bis zu 160 Mrd. Dollar. Die Finanzkrise von 2008 ließ nach Untersuchungen etwa 15 % der Hedgefonds am Markt verschwinden. Allerdings hat sich das von den verbleibenden Fonds verwaltete Vermögen bis Ende 2018 wieder auf besagte 3,0 Billionen Dollar mehr als verdoppeln können.

Wenn auch der Hype um Hedgefonds nachgelassen hat, dürften sie für risikobewusste institutionelle Investoren eine Alternative zu gängigen Anlagemodellen bleiben.

 
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