Schuldnerberatungsstelle: eine gute Adresse, wenn Schuldner Hilfe brauchen

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In der heutigen Zeit ist es schnell passiert, dass eine Privatperson oder ein Haushalt überschuldet sind. Überschuldung wird so definiert, dass die finanziellen Mittel (aus Einnahmen oder Vermögen) eines Schuldners dessen bestehende Verbindlichkeiten nicht mehr decken. In solch einer Situation wäre es fatal, den Kopf in den Sand zu stecken und auf bessere Zeiten zu hoffen. Ein Ausweg aus dieser Situation bietet die Schuldnerberatungsstelle.

Was ist eine Schuldnerberatungsstelle?

Seit dem Jahre 1980 sind alle Bundesländer verpflichtet, Schuldnerberatungsstellen einzurichten. Mittlerweile stehen bundesweit mehr als 100 solcher Beratungsstellen zur Verfügung. Das bedeutet, für jeden ist eine Beratungsstelle in der Nähe vorhanden. Die jeweiligen Adressen sind bei den zuständigen Sozialämtern oder auch über das Internet in Erfahrung zu bringen.

Schuldnerberatungsstellen sind gemeinnützige Einrichtungen. Das bedeutet, dass Menschen, die eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, keine Kosten dafür entrichten müssen. Beratungseinrichtungen, die ihren Klienten Gebühren berechnen, sind häufig wenig seriös. Diese sollten auf keinen Fall in Anspruch genommen werden.

Die Aufgabe einer Schuldnerberatungsstelle besteht darin, betroffenen Personen einen Ausweg aus ihrer finanziellen prekären Situation zu verschaffen. Dazu stehen unterschiedlichste Möglichkeiten zur Verfügung. Die Vorgehensweise hängt von der individuellen Situation ab. Für jeden, der in eine finanzielle Notsituation gerät, ist die Schuldnerberatungsstelle die erste Anlaufstelle.

So läuft eine Beratung überschuldeter Personen ab

In einer Schuldnerberatungsstelle sind unterschiedlichste Fachkräfte tätig. Die Fachrichtungen umfassen Sozialwissenschaft, Rechtswissenschaft und noch viele mehr. Betroffene Personen müssen ihre Lebenssituation offenlegen, damit die Fachkräfte sich ein Bild verschaffen können.

Die häufigsten Ursachen für eine Überschuldung sind plötzlich auftretende Arbeitslosigkeit, der Tod des Ehepartners oder eine auftretende Erkrankung. Durch solche Ereignisse verringert sich in der Regel das Einkommen. Die Ausgaben und finanziellen Verpflichtungen bleiben jedoch unverändert.

Es wird ein Haushaltsplan aufgestellt. Darin werden alle Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt. Schon dabei wird offensichtlich, wofür die meisten Ausgaben verwendet werden. Bei der Miete sind in der Regel keine Einsparungen möglich. Anders ist es beispielsweise bei Handyverträgen oder unnötigen Versicherungen. Mitunter lässt sich schon anhand dieses Haushaltsplans einiges erreichen. Auch ist es hilfreich, Konsumgewohnheiten zu ändern, um auf diese Weise Ausgaben zu verringern. Auch das spielt bei einer Beratung eine wichtige Rolle.

Betroffenen Personen drohen nicht selten Mahnungen, Zwangsvollstreckungen oder auch Energiesperren. So weit muss es allerdings nicht kommen. Die Experten der Schuldnerberatungsstelle versuchen, mit allen Gläubigern Kompromisse zu erzielen. Bei den Gläubigern kann es sich um Banken, Energieversorger oder andere Gläubiger, die noch offene Forderungen haben, handeln.

Bisher war es so, dass durchschnittlich jedem dritten Hilfesuchenden auf dieser Weise geholfen wurde. Die Aussichten auf Erfolg steigen deutlich an, wenn die Beratung rechtzeitig in Anspruch genommen wird. In vielen Fällen ist es dann noch möglich, Stundungen zu beantragen oder Widersprüche einzulegen. Das wird in jedem Einzelfall geklärt.

Die außergerichtliche Einigung

Die Fachleute der Schuldnerberatungsstelle verschaffen sich einen exakten Überblick über die finanziellen Möglichkeiten der überschuldeten Person. In intensiven Gesprächen und Verhandlungen mit den Gläubigern versuchen sie, eine Ratenzahlung oder Ähnliches zu vereinbaren, um den Schritt in die Privatinsolvenz zu vermeiden. In vielen Fällen gelingt dieses Vorhaben auch.

Vor einer Einigung mit den Gläubigern überprüfen die Fachleute der Schuldnerberatung natürlich, ob die jeweiligen finanziellen Forderungen überhaupt gerechtfertigt sind. Viele Menschen gelangen auch aufgrund ungerechtfertigter Forderungen in finanzielle Not. Allein das ist schon ein Grund, die Dienste einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch zu nehmen.

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