Kredit: erst informieren, dann aufnehmen

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Ein Kredit hat schon so manchem Verbraucher zur Verbesserung seiner Lebensqualität verholfen. Vielleicht durch ein neues Auto für den Arbeitsweg, die gerettete Hochzeitsreise oder eine Weiterbildung, die ein höheres Gehalt bringt. Auch Führerschein, Zahnersatz oder neue Möbel können ein Grund sein, über eine Finanzierung durch Fremde nachzudenken.

Fehlen für diese Dinge die notwendigen Mittel, können sich Arbeitnehmer, Beamte, Rentner, Studenten, Selbstständige und Freiberufler das benötigte Geld leihen.

Heutzutage ist das auch ganz einfach online möglich. Jedoch sollten Kreditnehmer einige Regeln beachten, damit die Freude anhält und die Tilgung des Darlehens nicht in einer Insolvenz endet.

Wann ist es sinnvoll, einen Kredit aufzunehmen?

Sinnvoll ist ein Kredit, wenn keine Ersparnisse vorhanden sind, um die notwendigen Ausgaben zu finanzieren, und der Betrag ohne Probleme zurückgezahlt werden kann. Jede Kreditaufnahme sollte man sich jedoch gut überlegen. Kredite führen nicht nur zur sofortigen Erfüllung von Wünschen, jedes Darlehen muss pünktlich und mit Zinsen beglichen werden. Sollzinsen stellen für den Kreditnehmer zusätzliche finanzielle Aufwendungen dar.

Eine Kreditaufnahme wäre erforderlich, wenn beispielsweise der Küchenherd ausfällt und ein neuer beschafft werden muss, ohne dass momentan Geld im Haushalt dafür vorhanden ist. Auch Familie, Freunde oder Verwandte können nicht mit dem entsprechenden Betrag aushelfen. Außerdem stehen keine günstigeren Alternativen zur Verfügung. Dann ist es nicht nur notwendig, sondern auch hilfreich, die Summe für den Herd heute auszugeben und morgen und übermorgen zurückzuzahlen.

Wer jedoch beispielsweise statt eines neuen Pkw, günstig ein Mietauto oder den öffentlichen Personennahverkehr nutzen kann, braucht nicht zwingend zusätzliche Kreditmittel. Sind andere Möglichkeiten nicht gegeben respektive teurer als ein Kredit, macht die Darlehensaufnahme Sinn.

Nützlich sind Kredite ebenso für Investitionen, mit denen Sachwerte finanziert werden, die in Zukunft Erträge abwerfen, unter anderem eine vermietete Eigentumswohnung. Liegen die Erträge höher als die Kreditkosten, rechnet sich die Aufnahme des geliehenen Kapitals.

Lohnend ist die Kreditbeantragung auch, wenn das neue Darlehen weniger Kosten verursacht als ein bereits bestehender Kredit. In diesem Fall kann der bisherige Kredit in ein preiswertes Darlehen umgeschuldet werden und der Kreditnehmer Kosten einsparen. Falls er über längere Zeit sein Girokonto überzieht, lohnt sich ebenso die Aufnahme eines preisgünstigeren Kredits.

Kredite sind jedoch mit einer Rückzahlungsverpflichtung verbunden, der Kreditgeber möchte den geliehenen Betrag vollständig zurückbekommen und Zinsen als Preis für die Geldverleihung einnehmen. Daher ist es wichtig, dass die Rückzahlung des Kredits mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert ist, der Kreditnehmer ein festes, relativ sicheres Einkommen hat.

Die Einkünfte sollten zudem nicht nur zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme sicher sein, sondern unbefristet fließen und nicht von Voraussetzungen wie der Dauer der Probezeit oder eines Projekts abhängig sein.

Fragwürdig ist eine Kreditaufnahme, wenn lediglich kurzfristiger Konsum im Vordergrund steht, wie bei der Anschaffung modischer Kleidung oder einem teuren Luxusurlaub, dem keine bleibenden Werte gegenüberstehen. Das Konsumgut ist bereits verbraucht respektive wertlos, bevor der Kredit zurückgezahlt wurde.

Potenzielle Kreditnehmer sollten sich daher ehrlich folgende Fragen beantworten: Muss die Ausgabe zu diesem Zeitpunkt unbedingt sein? Wird das zu finanzierende Gut tatsächlich benötigt? Ist das finanzierte Produkt schon verbraucht, bevor die Rückzahlung des Darlehens überhaupt begonnen hat? Kann der Kredit durch mein frei verfügbares Einkommen kontinuierlich bedient werden? Sind Alternativen und Entscheidungsmöglichkeiten ausreichend bedacht und es ergibt sich keine andere Lösung, ist eine Kreditaufnahme sinnvoll.

Kredite sind zweckmäßig, wenn:

  • unbedingt erforderliche Ausgaben finanziert werden müssen,
  • keine vorteilhafteren Alternativen verfügbar sind,
  • die Rückzahlung mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich ist,
  • ein längerfristig gesichertes Einkommen existiert,
  • Investitionen kreditiert werden sollen, die Erträge erwirtschaften oder
  • ein neuer Kredit günstiger als ein bestehendes Darlehen ist.

Wodurch kann es zu Problemen kommen?

Ein Kredit muss dauerhaft tragbar sein. Notwendig ist dies, weil Kreditgeber auf finanzielle Notsituationen und die persönliche Verfassung des Schuldners keine Rücksicht nehmen, sondern bereits nach zweimaligem Ausfall der Rate den Kreditvertrag kündigen können.

Treten unerwartete, nicht eingeplante Situationen auf, beispielsweise eine Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung oder ein plötzlicher Umzug, kann die fällige Ratenzahlung schnell zur untragbaren Belastung werden. Am häufigsten führen Jobverlust oder Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit und Unfall zur Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers.

Weitere Gründe, warum Kredite nicht mehr getilgt werden können, sind eine gescheiterte Selbstständigkeit, unwirtschaftliches Ausgabenverhalten, Fehlinvestitionen oder eine übertriebene Konsumneigung. Auch eigentlich erfreuliche Ereignisse wie die Geburt von Kindern können zu finanziellen Engpässen führen.

Fällt der Hauptverdiener aus, stehen manche Familien vor dem finanziellen Ruin. Es empfiehlt sich daher, dessen Ausfall durch Tod, Krankheit oder Erwerbslosigkeit im Kontext der Kreditgewährung abzusichern. Dies kann durch eine separate Risiko-Lebensversicherung für den Todesfall des Familienernährers geschehen.

Ist dieses Risiko noch nicht abgedeckt, kommt eventuell eine Restschuldversicherung gegen Tod, Krankheit und Arbeitsunfähigkeit zur Absicherung infrage. Potenzielle Kreditnehmer sollten jedoch berücksichtigen, dass eine Restschuld- oder Ratenschutzversicherung den Kredit erheblich verteuert und nicht alle denkbaren Leistungsfälle abdeckt.

Können Verbraucher ihre Rate nicht pünktlich bezahlen, erhöhen sich die Kreditkosten insgesamt. Durch Mahngebühren, Verzugszinsen, Ratenänderungszuschläge und andere Entgelte wachsen die Darlehenskosten erheblich an.

Fehlen teilweise Tilgungsraten, muss entweder die Laufzeit des Kredits verlängert werden oder es wird eine zusätzliche Finanzierung notwendig. Daher ist es ratsam, bei Liquiditätsproblemen frühzeitig auf den Kreditgeber zuzugehen, damit gemeinsam eine Lösung zur Überbrückung zeitweiliger Zahlungsschwierigkeiten gefunden wird.

Kündigt die Bank einen Kredit außerordentlich, wird die gesamte ausstehende Kreditsumme fällig. Außerdem wirkt sich dies in Form eines Eintrags bei Auskunfteien negativ auf künftige Kreditentscheidungen aus. Ist der Kreditnehmer zur Rückzahlung des Betrags nicht in der Lage, kann das letztlich zur Privatinsolvenz führen. Damit es nicht so weit kommt, sollten sich Kreditnehmer vorab ihr Budget genau durchrechnen, welche Kreditrate sie sich überhaupt leisten können.

Wo kann man Kredite aufnehmen?

Erste Ansprechpartner, um sich Geld für notwendige Anschaffungen zu leihen, sind Familienmitglieder und Verwandte. Diese helfen oft bereitwillig aus, da schon eine jahrelange Vertrauensbasis besteht. Zudem werden diese privaten Darlehen häufig zinslos gewährt.

Besteht diese Möglichkeit nicht, sind Banken geeignete Kreditgeber. Über Banken können Kredite auf zwei Wegen beantragt werden: herkömmlich beim Bankberater oder online mittels digitalem Formular. Die Art und Weise der Beantragung hat direkten Einfluss auf die Bearbeitungszeit der Anträge und die Konditionen des Kreditvertrags.

Filialbanken und kleinere regionale Bankhäuser sind teurer als Onlinebanken und auf Verbraucherkredite spezialisierte Institute. Das hängt damit zusammen, dass der Interessent per Internet den Kreditantrag selbst ausfüllen muss und dem Kreditgenehmigungsprozess automatisierte Vorgänge zugrunde liegen.

In der Regel bieten Internetbanken die besseren Darlehenskonditionen an, der Berater muss für seine Tätigkeit als Kreditsachbearbeiter vergütet werden. Onlinebanken geben die Kostenvorteile einer standardisierten Kreditbearbeitung teilweise über die Kreditkonditionen an ihre Kunden weiter. Mit Filialbanken sind bei guter Bonität gelegentlich Verhandlungen über verbesserte Konditionen möglich.

Einige Vergleichsportale im Internet leiten Kreditanfragen direkt an die betreffenden Kreditanbieter weiter und treten als gewerbliche Kreditvermittler auf. Sie arbeiten auf Provisionsbasis.

Weiterhin kann man sich zwecks Darlehensbeantragung an freie Kreditvermittler wenden. Bei diesen ist jedoch Vorsicht geboten, falls sie für Kreditanfragen Gebühren in Vorkasse verlangen. Private Kreditvermittler unterliegen keiner staatlichen Aufsicht, es sind daher etliche unseriöse am Markt vertreten.

Über ausländische Banken werden häufig sogenannte „Kredite ohne Schufa“ beworben, die jedoch mit nur geringen Kreditbeträgen und hohen Kreditzinsen verbunden sind.

Arbeitgeber können ebenfalls die Rolle des Kreditgebers einnehmen. Bei einer Arbeitgeberfinanzierung ist vorher einzuschätzen, ob die voraussichtliche Beschäftigungsdauer mit der Laufzeit des Kredits korrespondiert. Anderenfalls ist das Darlehen komplett vorzeitig zurückzuzahlen.

Kredite von privat können auch über Crowdlending-Plattformen im Internet beantragt werden. Die Crowd, in diesem Fall viele Verbraucher, stellt gemeinsam, sozusagen im Schwarm, Darlehen für Privatleute bereit. Jeder einzelne Kreditgeber beteiligt sich mit kleinen Beträgen, beispielsweise ab 100 Euro, an der Finanzierung eines privaten Projekts oder Wunsches.

Das kann zum Beispiel eine Zusatzausbildung oder auch die Wohnungsrenovierung sein. Die Antragsteller müssen ihren Kreditwunsch erläutern und ausführlich vorstellen sowie festlegen, wie viele Zinsen sie zahlen und wann der Kredit getilgt wird. Die Plattform tritt dabei als Vermittler zwischen den privaten Geldanlegern und den kapitalsuchenden Antragstellern auf. Sie trifft eine Vorauswahl geeigneter Projekte und schließt im Voraus Kreditsuchende mit negativer Bonität von der Antragstellung aus.

Verbraucherkredite können bei folgenden Personen und Instituten aufgenommen werden:

  • bei Familie und Verwandten,
  • Onlinebanken und Filialbanken,
  • Crowdlendingplattformen als Kredit von privat für privat,
  • beim Arbeitgeber,
  • Kreditvermittlern – über gewerbliche Vergleichsportale oder freie private Vermittler,

Wie findet man einen günstigen Kredit?

Für Verbraucher stehen folgende Kreditarten zur Verfügung: Dispositions- oder Rahmenkredite, Raten- oder Konsumkredite, Gründerdarlehen und Investitionskredite sowie Immobilienfinanzierungen. Welche Kreditart die richtige ist, hängt vom Verwendungszweck der Kreditmittel und der gewünschten Finanzierungsdauer ab.

Ein lediglich kurzfristig zu überbrückender finanzieller Engpass kann beispielsweise mit einem Dispositionskredit abgedeckt werden. Für mittelfristige Anschaffungen sind Ratenkredite geeignet. Der Verwendungszweck bestimmt außerdem wesentlich die Laufzeit des Kredits mit. Ein hochwertiges Auto kann länger finanziert werden als eine Urlaubsreise.

Um ein kostengünstiges Darlehen zu finden, müssen Interessenten vergleichen. Kreditvergleiche im Internet sind stets kostenfrei. Der Vergleich umfasst die Kreditkonditionen, also Laufzeit, Rate und Zinssatz.

Beim Vergleichen kommt es darauf an, nur Kredite unter identischen Bedingungen gegenüberzustellen, die Effektivzinsen zu berücksichtigen und zwischen bonitätsabhängigen und bonitätsunabhängigen Zinsen zu differenzieren.

Der Effektivzinssatz beinhaltet alle mit dem Kredit verbundenen Kosten. Er berücksichtigt den Tilgungszeitpunkt, Ratenzahlungsrhythmus sowie den Nettokreditbetrag. Der Soll- oder Nominalzinssatz allein ist daher kein geeignetes Kriterium für Vergleiche.

In Kreditangeboten wird zwischen bonitätsabhängigen und bonitätsunabhängigen Zinsen unterschieden. Bei bonitätsunabhängigen Zinsen ist garantiert, dass jeder kreditwürdige Antragsteller den gleichen Zinssatz erhält.

Bonitätsabhängige Kreditzinsen sind individuell auf den Verbraucher und seine finanzielle Situation abgestimmt. Deshalb können allgemeine Angebote dieser Art nur ein Anhaltspunkt für den Kreditvergleich sein.

Bei bonitätsabhängigen Zinsen ist eine individuelle Kreditanfrage erforderlich, da auf Vergleichsportalen lediglich ein Durchschnittszinssatz anzugeben ist, der vom Kreditinstitut mindestens für zwei Drittel aller Darlehensnehmer gewährt wird.

Erst durch ein persönliches Kreditangebot erfahren Antragsteller, wie hoch ihr Kreditzins wirklich ist. Auf dem Kreditmarkt gibt es auch Anbieter, die laufzeitabhängige Zinssätze anbieten. Dabei gilt der Grundsatz: je länger die Kreditdauer, desto mehr Zinsen zahlt der Kreditnehmer.

Warum ist die Bonität das zentrale Kriterium der Kreditentscheidung?

Die Bonität ist Grundlage für die Entscheidung, ob das Darlehen bewilligt wird. Die Bank beurteilt dazu die Kreditwürdigkeit des Antragstellers, inwieweit zu erwarten ist, dass sie ihr verliehenes Geld pünktlich und vollständig zurückerhält.

Sie überprüft, ob der Verbraucher für die gesamte Laufzeit die Kreditraten tragen kann. Verfügt der Kreditnehmer über ein ausreichendes, permanentes Einkommen, ist er in der Lage, seine Schulden zu begleichen.

Deshalb sind folgende Unterlagen in Kopie bei Kreditbeantragung vorzulegen:

  • aktuelle Lohn- und Gehaltsnachweise der letzten drei Monate,
  • bei Selbstständigen bzw. Freiberuflern: die letzten drei Steuerbescheide, Bilanzen oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen sowie Geschäftsprognosen für die nächsten drei Jahre,
  • eine Selbstauskunft mit laufenden Einkünften und regelmäßigen Kosten sowie bestehenden Krediten und vorhandenem Vermögen,
  • aktuelle Kontoauszüge sowie
  • den gültigen Personalausweis oder Reisepass.

Zur Bonitätsprüfung gehört, dass über die Schufa abgefragt wird, wie das bisherige Zahlungsverhalten des Interessenten war. Die Schufa ist die größte Wirtschaftsauskunftei Deutschlands, in der für Privatpersonen die meisten Daten zu ihrer Zahlungsfähigkeit gespeichert sind.

Das betrifft etwa Girokonten, Kreditkarten, Zahlungsrückstände oder eidesstattliche Versicherungen. Durch die Daten erhalten Kreditinstitute Auskünfte darüber, ob der Kreditnachfragende bereits früher Zahlungsschwierigkeiten hatte, ob es Konto- oder Kreditkündigungen seitens der Geldgeber oder gar eine Insolvenz gab. Derartige Negativmerkmale in Auskunfteien wie der Schufa führen grundsätzlich zur Ablehnung des Kreditwunsches.

Überdies ist die Bonität ausschlaggebend für die Konditionen des Kredits. Von der Zahlungsfähigkeit des Kunden hängt ab, in welcher Höhe der Kredit genehmigt wird, wie hoch die Sollzinsen sind und wie lange die Laufzeit des Darlehens sein darf.

Aus den Angaben des Antragstellers, wie seine Vermögensverhältnisse und wie hoch seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben sind, leitet jede Bank nach spezifischen Kriterien die Wahrscheinlichkeit ab, inwieweit sie ihr Geld zurückerhält. Die Bonität des Antragstellers ist somit wichtig für Höhe, Preis, Dauer und Rate des Darlehens.

Beim Crowdlending entscheidet der Geldanleger, ob das Projekt des Kreditsuchenden und die angebotenen Konditionen es wert sind, sein Geld zu verleihen. Er beurteilt praktisch, ob er für das Risiko, dass er sein Geld nicht zurückbekommt, angemessen entschädigt wird.

Eine direkte Bonitätsprüfung kann der Geldverleiher hier nicht durchführen, das übernimmt im Vorfeld die Crowdlending-Plattform. Sie sortiert beispielsweise unzuverlässige Schuldner mit Negativmerkmalen in der Schufa vor Projektveröffentlichung aus. Diese Bonitätsprüfung ist jedoch nicht vergleichbar mit der umfassenden Überprüfung, wie sie Geldinstitute bei einer Kreditbeantragung vornehmen.

Wie können Kreditnehmer ihre Bonität verbessern?

Banken schätzen die Bonität von Kreditnehmern anhand deren Zahlungsdisziplin, Selbstauskunft zu Vermögen, Krediten, Ausgaben und Einnahmen sowie der über sie in öffentlichen Auskunfteien erfassten Daten ein.

Um günstigere Kreditkonditionen oder überhaupt ein Darlehen zu erhalten, müssen Interessenten ihre Kreditwürdigkeit verbessern. Am einfachsten lässt sich das durch Hinzufügen eines zweiten Kreditnehmers, meist des Ehepartners, realisieren. Dieser sollte unbefristete Einkünfte aus einem langfristigen Arbeitsverhältnis vorweisen können oder zusätzliche Sicherheiten für den Kredit einbringen.

Die Aussichten für eine Kreditgewährung verbessern sich, wenn der Antragsteller das Darlehen extra besichert. Dazu können eine Grundschuld eingetragen, Guthaben wie Lebensversicherungen verpfändet, ein solventer Bürge gestellt oder Forderungen abgetreten werden. Die Bank verwertet diese Sicherheiten, falls der Darlehensnehmer den Kredit nicht zurückzahlt.

Zuvor sollten Antragsteller, die Angaben in der Schufa und anderen Auskunfteien auf ihre Richtigkeit kontrollieren. Sind falsche Daten erfasst worden, ist ein Antrag auf Änderung bzw. Löschung zu stellen.

Das alltägliche Zahlungsverhalten beeinflusst das Scoring bei der Schufa, das den wichtigsten Baustein für die Einschätzung der Kreditnehmer-Bonität darstellt. Etliche Girokonten mit vielen Kreditkarten verschlechtern wie offene Schulden oder unbeglichene Rechnungen die Chance auf einen Kredit.

Wenn Kreditnehmer diese vermeiden und ihre Kontenanzahl reduzieren, verbessern sie nicht nur ihre Zahlungsdisziplin, sondern erhalten auch eine bessere Bonitätseinschätzung.

Wahrscheinlich wird die Hausbank die Bonität ihres Kunden am kritischsten einschätzen, da sie über alle Kontobewegungen und das Zahlungsverhalten des Antragstellers am besten informiert ist. Angebote von anderen Geschäftsbanken oder Anbietern einzuholen, kann daher kein Fehler sein.

Welche Tipps für eine günstige Kreditaufnahme gibt es außerdem?

Um einen Ratenkredit zu erhalten, sind folgende Schritte notwendig: Informieren über Marktzinsen und Kreditbedingungen, Vergleichen möglichst vieler Kreditofferten und Einholen verschiedener persönlicher Angebote.

Danach wird bei dem Anbieter, der das zur individuellen Situation passende und kostengünstigste Angebot offeriert hat, ein Kreditantrag gestellt. Anschließend prüft das Finanzinstitut Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit des Antragstellers und gibt bei positivem Resultat eine Kreditzusage. Nachdem der Kunde die Vertragsunterlagen an den Kreditgeber zurückgesandt hat, erfolgt umgehend die Auszahlung des Darlehens auf das Girokonto des Kreditnehmers.

Damit Sie bei der Rückzahlung Ihres Kredits nicht scheitern, ist es nützlich, Zeit in die Vorbereitung der Beantragung und das Vergleichen der Kreditkonditionen zu investieren.

Als erstes ist der Kreditbedarf zu ermitteln. Der Kreditbedarf sollte nur die notwendigen Ausgaben umfassen, jedoch nicht zu knapp bemessen sein. Ein Kassensturz hilft dabei, die monatlich verkraftbare Belastung zu planen. Je länger die Laufzeit des Kredits, desto geringer ist die monatliche Rate. Dafür müssen jedoch insgesamt mehr Zinsen an das Kreditinstitut gezahlt werden.

Die Kreditrate muss nicht nur heute aufgebracht werden, sondern auch in ein paar Jahren noch zu stemmen sein. Deswegen ist eine finanzielle Reserve für Unvorhergesehenes, unerwartete Ausgaben oder Verdienstausfall, einzurechnen.

Die monatliche Kreditrate sollte keinesfalls höher als 40 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens liegen, das sich nach Abzug aller laufenden Kosten von den Einnahmen ergibt. Sie sollte jedoch nicht zu niedrig gewählt werden, da dies die Kreditlaufzeit verlängert und die Kreditkosten erhöht.

Bei klassischen Ratenkrediten kann das Geld frei verwendet werden. Es gibt jedoch auch spezielle Autokredite, Ausbildungskredite, Beamtenkredite, Bau- oder Solarkredite, die günstiger sein können als der Ratenkredit für alles.

Teure Dispokredite zur Überziehung des Girokontos mittels Ratenkredit abzulösen, rentiert sich jederzeit. Wer sein Geld besonders schnell benötigt, kann auf Sofortkredite zurückgreifen, sollte jedoch beachten, dass nur wenige Anbieter tatsächlich innerhalb von Minuten eine verbindliche Kreditentscheidung treffen. Bei Direktbanken ist mit einer Bearbeitungszeit von zwei bis fünf Tagen, in Filialen mit fünf bis zehn Arbeitstagen zu rechnen. Sofortkredite dürfen keine zusätzlichen Gebühren kosten.

Je mehr Kreditangebote Sie vergleichen, desto besser. Sie sollten sowohl Filial- als auch Onlinebanken in den Vergleich einbeziehen, die Hausbank muss nicht die Bank mit der besten Offerte sein. Vergleichsportale im Internet erleichtern die Suche nach dem günstigsten Darlehen. Jedoch sollte man nicht ausschließlich über Vergleichsplattformen den passenden Kredit suchen, es lohnt sich, auch direkt bei Banken nach besseren Angeboten zu fragen.

Bei den verschiedenen Kreditinstituten sollten nur Konditionsanfragen gestellt werden, da diese das Schufa-Scoring nicht verschlechtern. Ausdrückliche Kreditanfragen dagegen wirken sich bei Auskunfteien nachteilig auf die Kreditwürdigkeit des Interessenten aus.

Zusammenfassende Tipps für eine erfolgreiche und günstige Kreditaufnahme:

  • Voraussetzungen für Kreditbeantragung: Wohnsitz in Deutschland, Volljährigkeit, regelmäßiges Einkommen.
  • Richtige Kreditart wählen, Kreditbedarf prüfen.
  • Monatliche Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen, Reserven einplanen, Liquiditätslage realistisch einschätzen, passende Laufzeit und Rate bestimmen.
  • Kreditkonditionen nach Effektivzins bei gleicher Laufzeit und identischer Tilgung respektive übereinstimmendem Nettokreditbetrag vergleichen, zwischen bonitätsabhängigen und bonitätsunabhängigen Angeboten trennen.
  • Bonitätsabhängige Zinsen können Lockangebote sein, nur persönliche Kreditangebote können als Vergleichsgrundlage dienen, Antragsteller mit schlechter Bonität müssen deutlich mehr Zinsen zahlen als in Angeboten ersichtlich.
  • Einmal im Jahr kostenlose Selbstauskunft bei Schufa beantragen, um Richtigkeit und Aktualität der erfassten Daten zu prüfen.
  • Vergleichsportale nutzen, bei Filial- und Direktbanken nur Anfragen zu Finanzierungskonditionen stellen, da diese bonitätsneutral gewertet werden.
  • Solventer zweiter Kreditnehmer oder zusätzliche Sicherheiten verbessern Aussichten auf Kreditgenehmigung.
  • Bearbeitungsgebühren für Ratenkredite sind nicht zulässig, Vorsicht bei Angeboten, die Kreditauszahlung trotz mehrerer Negativmerkmale in der Schufa garantieren.
  • Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen für den Todesfall, Krankheit und Arbeitslosigkeit sind keine zwingende Voraussetzung für die Kreditgewährung, die Kosten dafür müssen in den Gesamtkosten bzw. der Ratenzahlung enthalten sein. Kosten für preisintensive Restschuldversicherungen sind jedoch nicht im Effektivzins enthalten.
  • Vor Unterschrift unter den Kreditvertrag Kreditbedingungen genau studieren und persönlichen Finanzplan noch einmal durchrechnen.

Wählen Sie Ihren Kreditgeber sorgfältig aus und bevorzugen Sie die Bank, die am besten zu Ihnen und Ihrem Kreditwunsch passt. Ihr Einkommen muss ausreichen, um auch in Zukunft die monatlichen Raten überweisen zu können. Fassen Sie Kredite bei unterschiedlichen Banken zusammen, nutzen Sie Sondertilgungsmöglichkeiten und lösen Sie kostspielige Kredite ab. Mit unseren Tipps umgehen Sie teure Fallen. So vermeiden Sie, dass Sie auf unrealistische Versprechen hereinfallen oder später bei der Kreditrückzahlung passen müssen.

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