Kein Vertrauen in die Banken?

Viele Durchschnittsbürger, vor allem solche, die Geld anlegen wollen, haben kein großes Vertrauen mehr in die Banken. In Umfragen* äußerten sich viele der Befragten wenig zufrieden mit ihrer jeweiligen Bank – Tendenz steigend.

Warum das so ist, hat diverse Gründe, die sich aber auf einen Nenner bringen lassen: Der Durchschnittsverbraucher ist entgegen aller Beteuerungen unwichtig, der Normalbürger gegenüber der Bankenlobby machtlos.

Für Frust sorgen im Wesentlichen diese Faktoren:

Die Finanzkrise

Die Finanzkrise sorgte für Unzufriedenheit bei vielen Konsumenten. Früher konnten Sparer sicher sein, dass ihre Ersparnisse sich mit Zins und Zinseszins vermehren, wenn nur das Geld in soliden Finanzprodukten, wie Sparbuch, Anleihen oder Tages- und Festgeld, geparkt wurde. Damit ist es schon lange vorbei.

Die Europäische Zentralbank (EZB) drückt den Leitzins herunter, um Krisenländer mit billigem Geld zu stützen. Die Banken brauchen das Geld der Sparer nicht mehr und können die Zinsen für ihre Angebote senken. Das schlägt sich in der Zufriedenheit der Sparer selbstverständlich nieder. So äußerten 42 Prozent* der Befragten, mit der Beratung ihrer Bank und mit deren Finanzprodukten, eher unzufrieden zu sein.

Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass es für einen Festgeld-Sparvertrag praktisch kaum mehr Zinsen gibt.

Der einfache Bankberater kann dafür aber nichts. Wenn eine Bank unrentable oder riskante Produkte anbietet, ist eine gute Beratung nicht so ganz einfach zu bewerkstelligen.

Boni für Banken-Manager

Dass manche Banken durch die Finanzkrise angeschlagen waren und mit vielen Milliarden Euro Steuergeldern gerettet wurden, mag finanzpolitisch notwendig sein, der kleine Sparer jedoch kann nicht verstehen, wenn vor diesem Hintergrund den Managern der Banken weiterhin Boni in Millionenhöhe gezahlt werden.

Die Finanzaufsicht BaFin forderte die Banken auf, dies zu überdenken. Im Ergebnis wurde den Managern zwar weniger ausgezahlt, aber es verbleiben vielen immerhin noch mehrere Millionen.

Dieses Geld werden die Manager kaum auf Festgeldkonten bei ihrer eigenen Banken einzahlen wollen, denn bei den niedrigen Zinssätzen hätten sie davon kaum etwas. So fließt das Geld eher auf die Konten von Hedgefonds.

Schlechte Beratung

Ein Großteil der Bankkunden (mehr als 40 Prozent*) begründen den Mangel an Vertrauen mit einer schlechten Beratung. In der Folge informieren sie sich nun aber wenigstens selbst, wenn es um Geldanlage geht – aufgeklärte Verbraucher sind nicht das schlechteste Ergebnis.

Rund 50 Prozent* nehmen Beratungen durch Banken nicht mehr ernst, der Rest nennt weiterhin Banken als wichtigste Informationsquelle in Sachen Geldanlage.

Wenn das Vertrauen in Banken nicht weiter sinken soll, müssten Banken wieder mehr auf Durchschnittskunden zugehen!

Das wäre auch in ihrem eigenen Interesse, denn eine falsche Beratung kann unter Umständen dazu führen, dass die Bank dem Kunden Schadensersatz leisten muss.

So ging es zumindest einer Bank, die einem Lottogewinner dazu riet, mehrere Millionen in einen riskanten Fonds zu stecken. Nachdem der Großteil des Geldes für den Neumillionär verloren war, wurde die Bank zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt.

* eigene Erhebung

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